Ausstellungen und Pressestimmen

  
  Ausstellung im Institut Francais März 2011
Kölner Stadtanzeiger, Dienstag 08. März 2011


 
 

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  Galerie Westernhagen Köln, 1999 (Einzelausstellung)
Stadtmuseum Siegburg, 2001 (Gemeinschaftsausstellung)
 
       
 

Schwäbisches Tagblatt, Dienstag, 21. Januar 2003 (Auszug)

Neue Technik, alte Stillleben

Bilder von Rocke, Valentiner, Hahn und 20 Kunstlaborantinnen in Tübingen

[...] Christine Hahn und Peter Valentiner sind Künstlerpaar, das mit unterschiedlichen Mitteln ähnliche Effekte zu erzeugen versucht. Eine Doppelausstellung in Sudhaus-Galerie (Peter Valentiner) und - ein paar Treppen höher - der Künstlerei zeigt die Techniken. Die Wirkung der Bilder: Ein eigenartiges Flirren und Oszillieren, eine fließende, bewegte Oberfläche, räumliche Optik, die sich beim Vorübergehen hologrammartig verändert, jedenfalls bei den Werken Christine Hahns.

Die Arbeiten Valentiners treiben noch ein anderes Spiel mit dem Betrachter: Tritt man bei den Werken Hahns sofort vors Bild, um die gleich ins Auge fallende, ungewöhnliche Machart zu studieren, kann man Valentiners Bilder lange für „einfache" Gemälde halten, bis man deren Doppelbödigkeit entdeckt: Valentiner malt ein Bild aus Farbflächen und klebt dann eine weitere Schicht, eine bemalte Schneidearbeit darüber, die das Ursprungsbild an manchen Stellen überdeckt, an anderen freilegt.

Auch seine Kollegin Hahn überzieht ihre Bilder, aber ganzflächig und transparent, mit Wachs oder ähnlichen Materialien, unter denen ihre kurzen, dicken Pinselstriche, die Grundelemente ihrer Malerei, vielfältig gebrochen werden, zu tanzen beginnen. Bei Peter Valentiner sind es eher rauten- oder schlangenförmige
Farbfelder, die sich, lässt man den Blick nur tief genug hineinfallen, zu drehen beginnen. [...]

Peter Valentiners Rauten (links) neben Christine Hahns Pinselstriche unter Wachs in der Sudhausgalerie

 
     
 

Rhein-Sieg-Anzeiger, 14. Nov. 2001

Werke zwischen Wirbeln und verletzlichen Wesen

Wolf und Valentiner wurden in eine Ausstellung gezwängt

Von Jürgen Röhrig

Siegburg - Wenn zwei Künstlerfreunde sehr gegensätzliche Werke schaffen, der eine eine expressiv-erzählerische Haltung hat, der andere formal-konzeptionelle Arbeiten macht, dann ist eine gemeinsame Ausstellung vielleicht keine gute Idee. Hier fabuliert Walter Wolf farbig und malerisch opulent, dort variiert Peter Valentiner computergestützt abstrakte schwarz-weiße Grafik. Dabei zeigt sich, dass beider Werke nicht zusammen passen. Sie sind nicht gegensätzlich, sondern ohne Beziehung, und das erzeugt keine Spannung.

Trotzdem stellt das Stadtmuseum Valentiner und Wolf nebeneinander mit der Behauptung, das sei eine Ausstellung, Es sind zwei. Valentiners Anteil ist dabei weniger interessant, weil sein Konzept und Verfahren recht simpel ist. Akurat abgezirkelte Flächen tuscht er ordentlich schwarz auf Weiß aus, das erinnert an Übungen im Oberstufenleistungskürs. Das Ganze versetzter in mehr oder weniger starke Rotation um den Mittelpunkt und nennt es „Hurricane". Viele Kids machen so etwas gerne am PC. Auf große Formate hochgezogen hängen 30 akurate Wirbel an der Wand - und verstellen den Blick mehr, als dass sie ihn in neue Dimensionen öffnen.

Dagegen sind Wolfs Malereien schon spannender: Im Stil der Art Brut schildert er Szenen von Geburt und Tod oder lasst geheimnisvolle „Black Magie Smoker" auftreten. Ein „Kreuzabnahme" und eine Sammlung düsterer, zerstörter Köpfe stellt er aus. Walter Wolfs Figuren sind verletzliche Wesen. Pathos und Verspieltheit gehen in diesen Bildern eine bemerkenswerte, ironisch gebrochene Verbindung ein. Farbgebung und Zeichnung - oft in die Farbe geritzt - sowie Collage-Teile sorgen für ästhetische Reize.

 
     
 

Rhein-Sieg Rundschau, Mittwoch, 7. Nov. 2001

Mal Hauptdarsteller, mal ein Sandkorn im Hurrican

Doppelausstellung polarisiert zwischen Purismus und opulenter Malerei

Von Günter Willscheid

Siegburg. „Ceci nést pas une pipe" (dies ist keine Pfeife) schrieb Rene Magritte unter ein Bild, das eindeutig eine Pfeife zeigte, und „Ceci nést pas une retrospective" nennen Peter Valentiner und Walter Wolf ihre gemeinsame Ausstellung (bis 2. Dezember) im Siegburger Stadtmuseum, die nun auch wirklich keine Retrospektive ist und ebenso wenig einen Bezug zu Magritte wie einen gemeinsamen Nenner hat. Lediglich die langjährige Künstlerfreundschaft ist Ursache der Gemeinschaftsschau, die mehr polarisiert als verbindet, was sie - um es vorweg zu nehmen - so spannend macht.

  • Klare Konzeption und scheinbare Leichtigkeit

Der eine, Peter Valentiner (60), setzt auf eine klare Konzeption, gönnt sich und dem Betrachter keine Sinnesfreude und verzichtet auf Figuration zugunsten eines abstrakten Strukturalismus. Der andere, Walter Wolf (38), braucht das Abbild des Menschen, um seiner Fabulierfreude freien Lauf zu lassen. Und ganz klar, dass die Sympathien der Betrachter eher dem über 20 Jahre jüngeren Wolf gelten, der mit seiner (nur scheinbar) spielerischen Leichtigkeit in der malerischen Tradition der Art brut ein dramatisches Welttheater inszeniert, das vielfältige Emotionen wie Assoziationen weckt und mit einer überaus sinnlichen Malerei verwöhnt.

Unterdessen ist Peter Valentiner eher ein Fall für Puristen, wenngleich sein großformatiger Zyklus zum Thema „Hurrican", obschon im asketischen Schwarz/Weiß, durchaus Schwindelgefühle hervorzurufen vermag. Und den Gedanken, dass der Mensch im Auge des Taifuns zur „unbedeutenden Angelegenheit im komplizierten Strukturgewebe" schrumpft, „ebenso banal wie ein Staubkorn" und „kein bisschen freier als ein Wassertropfen im Fluß" sei, wie Jürgen Kisters eloquent im Begleitkatalog formuliert. Freilich scheint da Valentiners Materialsammlung zum Thema Hurrican, in Vitrinen als Ergänzung seiner Bilder arrangiert, wirklich überflüssig zu sein: Das Werk spricht für sich.

Bei Valentiner taucht der Mensch noch nicht einmal als Statist auf, bei Wolf spielt er die Hauptrolle und ist doch alles andere als ein Held, der seine Geschicke selbst bestimmt.

  • Gemeinsamer Nenner in der Grundhaltung

Wie verloren, in die Welt hineingeworfen (und hier ist in der Grundhaltung beider doch noch ein gemeinsamer Nenner zu finden) muten seine melancholischen Gestalten an, und sogar sein „Hitler als Maler" gerät zur armseligen Karikatur eines Gerne-Groß.

Wolf ist einer, der Geschichten erzählt von Leben und Tod, biblische Geschichten wie die Kreuzabnahme und die anderer Religionen und Kulturen. Vor allem aber ist es die opulente Malerei, die an Wolfs Werk so fasziniert, der chromatische Aufbau, der die Hintergründe aus der Tiefe leuchten lässt, die pastosen Strukturen und erfindungsreichen Skripturen.

 
     
 

Extrablatt, Mittwoch, 7. Nov. 2001

Zwei Maler und zwei Sichtweisen

Ausstellung im Siegburger Stadtmuseum

Siegburg-(asw) Zwei Künstler, zwei Typen, zwei Sichtweisen. Wer in diesen Tagen die Ausstellung im Siegburger Stadtmuseum besucht, der sieht sich in den Räumen auf der ersten Etage mit einer Fülle von Kunstwerken konfrontiert.

Unter dem Titel "Ceci n'est pas uns retrospective" (das ist keine Retrospektive) präsentieren die beiden Maler Bilder, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Schon im Foyer des Hauses bekommt der Besucher einen Einblick. Ist er dann in den Räumen der Wechselausstellung angelangt, so sieht er erst einmal die Arbeiten von Walter Wolf. Öl oder Papier auf Leinwand, Bleistift oder Buntstiftzeichnungen, Mischtechnik auf Papier.

Wolf, 1963 in Trier geboren, studierte in Mainz und Prankfurt. Er hielt sich lange Jähre in Spanien, New-York und Indien auf. Seit 1992 ist er in Köln tätig. Seine Bilder zeigen Gesichter, Menschen, die verloren da stehen, bunt aber traurig, pessimistisch, fremd. Die Realität, die Wolf malt, ist auch für ihn immer wieder ein Erlebnis. Er weiß vorher nicht, was entstehen wird, lässt sich ins Unbekannte entführen, lässt sich überraschen. "Wolfs Bilder zeigen die Untrennbarkeit des Seelischen und des Körperlichen" meint Jürgen Kisters dazu, der in die Ausstellung einführte. Die "sogenannten inneren Zustände" hätten immer auch einen sichtbaren Ausdruck im Körper und seinen Haltungen.

Ganz anders die Werke von Peter Valentiner. 1941 in Kopenhagen geboren, lebt der französische Staatsbürger heute in Köln, Tübingen und Paris. Mit Wolf, den er Mitte der 80er Jahre in Trier kennenlernte, verbindet ihn seither eine Freundschaft. Sie verloren sich nicht aus den Augen, obwohl sie nie versucht haben, zusammen zu arbeiten.

Wer ihre Bilder sieht, könnte sich das auch nur schwer vorstellen. Und eine gemeinsame Ausstellung?
Nur einen Moment hätten sie gezögert, weiß der Chronist zu berichten, und sich gefragt, was das Verbindende ihrer Kunst sei.

"Dabei erkannten sie schnell, dass in dieser Frage bereits ein Teil der Antwort liegt". Und er fragt sich, ob es eigentlich so sein muss, daas man die verschiedenen Ansätze als Konkurrenz beträchtet; ergänzen sie sich nicht wechselseitig?

Diese Frage richtet sich an den Betrachter. Peter Valentiner präsentiert Schwarz-Weiß Bilder, denen er nur einen Namen gibt "Hurricane" 1 bis 30. Mit Tusche und Dispersionsfarbe auf Papier gemalt, überwältigen einen diese überdimensional großen "Spiralen". Sie gleichen sich und doch ist jede anders. Vielleicht sieht man hier ins Auge des Hurrikans, vielleicht aber sind es auch Galaxien die dargestellt wurden. Auf jeden Fall fesseln die Arbeiten von Peter Valentiner den Betrachter und regen ihn an, über die Strukturen der Natur nachzudenken, die mächtiger sind als der Mensch.

 
     
 

Kölnische Rundschau,
Di. 26. Januar 1999,
Kölner Kultur

Bericht über die Einzelausstellung "Eine Hurricane-Biographie", Galerie Westernhagen, Köln, 1999

siehe auch Gisela von Westernhagen: Wort zur Ausstellung "Hurricanes"

 
       
  Bericht in der Libération artikel aus liberation  
       
    artikel andrich  
       
    artikel art express  
    art express expositions, Elisabeth Couturier  
       
    artikel bernutz  
    Westdeutsche Zeitung, Kultur in Düsseldorf, 30.09.1989  
       
    artikel  
    Rheinische Post, Düsseldorfer Feuilleton, 27.09.1989  
       
    artikel